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Achte auf das, was du säst, denn daraus wirst du ernten!



Wir alle kennen physikalische Grundgesetze, wie z.B. die Erdanziehungskraft. Obwohl wir sie nicht sehen können, stellt niemand ihre Gültigkeit in Frage, denn wir erleben ihre Auswirkungen täglich, z.B. wenn uns etwas aus der Hand rutscht und herunterfällt.


Und niemand von uns käme auf die Idee, vom Dach zu springen, es sei denn er wäre lebensmüde. Denn wir wissen: Es würde unweigerlich unseren Tod, auf jeden Fall aber einen gehörigen Schaden an unserem Körper und unserer Seele mit sich bringen. Und deshalb probieren wir es gar nicht erst aus.


Wir wissen, dass es keine Rolle spielt, ob wir daran glauben oder nicht. Die Auswirkungen und Konsequenzen, wenn wir uns nicht daranhalten, erleben wir auf jeden Fall – auch wenn wir behaupten würden, dass es die Erdanziehungskraft gar nicht gibt.


Ebenso wie die physikalischen Grundgesetze existieren, gibt es auch geistliche Grundgesetze. Sie finden sich in der Bibel. Auch sie kann man nicht sehen und auch bei ihnen ist es egal, ob wir daran glauben oder nicht, dennoch haben sie volle Gültigkeit. Und wenn wir uns nicht danach richten, bekommt uns das ebenso wenig wie, wenn wir vom Dach springen würden.


Zwei dieser geistlichen Grundgesetze, die zusammengehören, beschreibt die Bibel so:

„Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht verspotten! Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten. Denn wer auf sein Fleisch sät, wird vom Fleisch Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten.“ (Gal. 6, 7-8)


und


„Deshalb bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, jeder, der da richtet; denn worin du den anderen richtest, verdammst du dich selbst; denn du, der du richtest, tust dasselbe.“ (Röm. 2, 1)


Einfach ausgedrückt:


  • Wenn der Bauer Möhren sät, kann er nicht Getreide ernten.

  • Und wenn ein Mensch Hass sät, kann er nicht Liebe ernten.


Unglücklicherweise haben wir die meiste Saat, aus der wir heute ernten, in unserer Kindheit und Jugend ausgesät – in Form von Reaktionen auf die Dinge, die wir damals erlebt und die uns geprägt haben. Und weil es schon so lange her ist und wir die schmerzhaften Erinnerungen meistens gut verdrängt haben, können wir uns nicht an die Saat erinnern. Wir wundern uns nur vielleicht, dass wir immer wieder Enttäuschungen in Beziehungen erleben oder warum wir immer wieder an cholerische Vorgesetzte geraten oder immer wieder in unseren Plänen scheitern, obwohl wir doch alles gut vorbereitet haben.


Beispiele für eine solche Saat können z.B. sein:

  • Botschaften, die ich als Kind immer wieder gehört und irgendwann verinnerlicht habe, z.B.

o „Aus dir wird nie was!“

o „Du lernst es nie!“

o „Du bist ein Versager!“

o „Das schaffst du sowieso nicht!“

o „Du bist … faul / dumm / unsportlich / zu laut / zu wissbegierig / zu lebhaft / zu

anstrengend …“

o „Du bist schuld, dass ich graue Haare kriege!“

o „Stell dich nicht so an!“


  • Kinder, die sehr dominante, beherrschende und manipulierende Eltern oder Elternteile hatten, haben häufig keine Chance, zu einer eigenen Persönlichkeit zu reifen. Solche Kinder bleiben ein Leben lang abhängig von Mutter oder Vater und schaffen es nicht, sich vom Elternhaus zu lösen und eigene Wege einzuschlagen. Das sind dann z.B. die Ehen, in denen immer noch die Schwiegermutter den Ton angibt.


  • Unberechenbarkeit im elterlichen Handeln hinterlässt oft große Unsicherheit. Wenn Grenzen nie klar definiert wurden, immer das Zufallsprinzip herrschte. Oder wenn die Mutter zu nachgiebig und der Vater überzogen streng war. All das führt zu einem riesigen Mangel an emotionaler Sicherheit. Die Kinder entwickeln kein Urvertrauen und haben auch als Erwachsenen noch Schwierigkeiten, anderen Menschen zu vertrauen.


  • Häufiger Streit im Elternhaus kann auch zu tiefsitzender Unsicherheit führen. Kinder können nicht unterscheiden, was die Ursache für den Streit ist. Sie beziehen alle Streitigkeiten auf sich und fühlen sich schuldig, dass sie den Streit verursacht haben. Entsprechend tun sie alles, um einen Streit zu schlichten, und wenn sie sich dabei völlig verbiegen müssen. Wenn der Betreffende dann vielleicht sogar die Scheidung der Eltern erlebt hat, sind die Schuldgefühle richtig extrem. (Ich bin schuld, dass meine Eltern sich haben scheiden lassen.) In den eigenen Beziehungen geht so jemand dann vielleicht Konflikten und Auseinandersetzungen aus dem Weg, weil er Angst hat, dass sie in einer Trennung enden könnten.


  • Zudem lernen besonders Jungen, dass sie Schmerzen „wie ein Mann“ wegstecken müssen. Wer seinen Schmerz zeigt, wird verachtet. Deshalb empfinden die meisten Männer als Erwachsene eine große Scham über ihre Verletzungen und setzen alles daran, sie nicht zu zeigen bzw. verdrängen sie so erfolgreich, dass sie sie selber nicht mehr bewusst wahrnehmen.

o Ein Indianer kennt keinen Schmerz.

o Was dich nicht umbringt, macht dich stark.

o Jungen weinen nicht.

o Stell dich nicht so an.



All dies sind Beispiele für seelische Verletzungen - also eine Saat, die andere in unserem Leben ausgesät haben und gegen die wir uns als Kinder nicht wehren konnten. Sie hinterlassen ihre Spuren in unserem Leben, lassen uns unsicher, verängstigt oder misstrauisch werden und haben Auswirkungen bis in unser Erwachsenenleben. Auch dann, wenn wir die Kindheit mehr oder weniger erfolgreich verdrängt haben.


Dazu kommt noch die Saat, die wir selber aussäen, und zwar in Form von unseren Reaktionen auf die o.g. Verletzungen. Da wir als Kinder in unserem Überleben in allen Dingen von unseren Eltern abhängig sind und uns noch nicht zur Wehr setzten können, passen wir uns in der Regel erstmal im Außen an und schlucken unsere Emotionen herunter – wenigstens so lange, bis das Ventil platzt. Wir verdrängen den Schmerz und passen uns entweder maximal an oder sinnen auf Rache („Wenn ich mal groß bin, dann …“). Sehr häufig verurteilen wir die Menschen, die uns verletzt haben. Das kann bis hin zu tiefem Hass gehen, besonders dann, wenn wir auch schon unsere Eltern als bedrohlich, cholerisch, unberechenbar erlebt haben.


Im Erwachsenenleben sind das dann z.B. Menschen, die entweder jedem Konflikt aus dem Weg gehen, alles auf sich beziehen, nur ein geringes Selbstwertgefühl haben und nie ihre Meinung sagen oder die extrem jähzornig oder cholerisch sind, die völlig unberechenbar ausflippen, niemanden an sich heranlassen und mit denen nicht gut Kirschen essen ist. Oder wir geraten selber immer wieder an Menschen, die sich uns gegenüber genauso verhalten, wie wir es in unserer Kindheit von unseren Eltern oder anderen Autoritätspersonen erlebt haben. Wie unschwer vorstellbar ist, führen beide Verhaltensrichtungen zu Konflikten in allen Formen von Beziehungen und zu immer neuer Frustration und Schmerz.


Wie kann eine Lösung aussehen?


Wichtig ist natürlich zunächst mal, sich bewusst zu machen, welche Saat da eigentlich gesät ist. Dazu braucht es häufig ein Gegenüber (z.B. einen speziell ausgebildeten Seelsorger), das nicht involviert ist, denn in der Regel sind wir ziemlich betriebsblind für unsere eigenen Themen und Familienstrukturen.


Der nächste Schritt ist zu erkennen, was wir in unserer Kindheit eigentlich gebraucht hätten, welche elementaren Bedürfnisse nicht gestillt wurden und darüber zu trauern. Wer eine lebendige Glaubensbeziehung zu Gott hat, ist an dieser Stelle häufig im Vorteil, weil er/sie den Trost und die Liebe Gottes heilsam erfahren kann.


Wenn emotional Ruhe eingekehrt ist, wenn Erinnerungen verschmerzt und betrauert werden konnten, ist es als nächstes wichtig, die an uns schuldig gewordenen Personen aus ihrer Schuld zu entlassen, d.h. ihnen zu vergeben. Denn solange wir dem anderen sein Verhalten übelnehmen, nehmen wir das Übel. Für die betroffene Person hat unsere Wut oder unsere Verurteilung keinerlei Auswirkungen – für uns selber allerdings schon. Denn wir ernten weiter bis an unser Lebensende.


Der letzte Schritt ist, die Verantwortung vor Gott für unsere eigenen Reaktionen zu übernehmen, wo sie im Widerspruch zu Gottes Wort stehen. Das bedeutet, dass wir Gott für unsere eigenen falschen Haltungen und Verhaltensmuster um Vergebung bitten. Denn nur so kommen wir wieder in Übereinstimmung mit den geistlichen Grundgesetzen und können dadurch Gottes verheißenen Segen erfahren und Heilung und Freiheit für Geist, Seele und Körper erleben.

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