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Verurteile andere nicht, denn du schadest dir nur selbst!



Wir alle kennen physikalische Grundgesetze, wie z.B. die Erdanziehungskraft. Obwohl wir sie nicht sehen können, stellt niemand ihre Gültigkeit in Frage, denn wir erleben ihre Auswirkungen täglich, z.B. wenn uns etwas aus der Hand rutscht und herunterfällt.




Und niemand von uns käme auf die Idee, vom Dach zu springen, es sei denn er wäre lebensmüde. Denn wir wissen: Es würde unweigerlich unseren Tod, auf jeden Fall aber einen gehörigen Schaden an unserem Körper und unserer Seele mit sich bringen. Und deshalb probieren wir es gar nicht erst aus.


Ebenso wie es physikalische Grundgesetze gibt, existieren auch geistliche Grundgesetze. Auch sie kann man nicht sehen, dennoch haben sie volle Gültigkeit. Und wenn wir uns nicht danach richten, bekommt uns das ebenso wenig, wie wenn wir vom Dach springen würden.


Eines dieser geistlichen Grundgesetze beschreibt die Bibel so:


„Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.“ (Mt. 7, 1-2)


und:


„Deshalb bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, jeder, der da richtet; denn worin du den anderen richtest, verdammst du dich selbst; denn du, der du richtest, tust dasselbe.“ (Röm. 2, 1)


Andere zu verurteilen bedeutet, dass sich dieselbe Verurteilung auf uns selbst auswirken wird. Wir tun genau die Dinge selbst, die wir an anderen verurteilt haben. Dies erleben wir allerdings meistens nicht sofort, sondern erst im Laufe unseres Lebens – oft dann, wenn wir in ähnliche Situationen geraten. Und selbst, wenn wir merken, dass wir ein für uns inakzeptables Verhalten an den Tag legen und das ändern wollen, sind wir durch unsere Verurteilung daran gebunden. Selbst mit aller Anstrengung können wir unser Verhalten nicht ändern. Erst wenn wir die Ursache entlarven und Buße tun für unser früheres Richten, kommen wir in die Freiheit, unser eigenes Verhalten im Heute zu verändern.


Was heißt das konkret? Hier ein paar Beispiele:


1.

Ein Kind hat z.B. seinen Vater als sehr unberechenbar in seinen emotionalen Reaktionen erlebt. Am einen Tag war das eigene Verhalten vollkommen okay, am nächsten Tag wurde es für das gleiche Verhalten vollkommen überzogen gemaßregelt. Die emotionalen Ausbrüche des Vaters standen in keinem Verhältnis zu der vorhandenen Situation und waren nie vorhersagbar.


Dieses Kind hat sich in seiner Verzweiflung, seinem Schmerz und seiner Hilflosigkeit vielleicht nicht anders zu schützen gewusst, als den Vater unbewusst für sein Verhalten (sozusagen als Rache) zu verurteilen. Und möglicherweise hat sich das Kind fest vorgenommen, die eigenen Kinder später einmal anders zu behandeln.


Als dann Jahre später die eigenen Kinder da sind, stellt die Person plötzlich fest, dass sie ihren Kindern gegenüber genauso unberechenbar ausflippt wie damals der Vater ihr gegenüber. Mit Schrecken wird ihr bewusst, dass sie etwas ganz anderes lebt, als sie von Herzen tun möchte. Sie kämpft und kämpft um ein anderes, in ihren Augen besseres Verhalten, schafft es aber trotz aller Anstrengungen nicht. Ursache für das Scheitern ist die Verurteilung in der Kindheit, an die sie auch als Erwachsene gebunden bleibt und aus der sie erntet.


Wenn diese Person die Ursache ihres Dilemmas erkennt und Gott für die frühere Verurteilung um Vergebung bittet, löst sich damit die Gebundenheit und sie wird frei, ein anderes Verhalten einzuüben. Gleichzeitig wird der Weg frei, die früher erlebten Verletzungen anzuschauen, zu betrauern und von Gott heilsam berühren zu lassen.


2.

Ein waches, neugieriges und intelligentes Mädchen leidet darunter, dass es mit seiner Wissbegierde kein Gegenüber findet, weil die Mutter mit der Intelligenz und dem Wissensdurst überfordert und der Vater wenig zuhause ist. Die Mutter sitzt den ganzen Tag nur auf dem Sofa, handarbeitet und schaut fern und äußert sich in ihrer Überforderung die Wissbegierde und Intelligenz ihrer Tochter nur abwertend.


Die Tochter versteht schnell, dass die Mutter mit ihrer Intelligenz und ihrer Wissbegierde nicht mithalten kann und deshalb mit ihrer Tochter nichts zu tun haben will. Gleichzeitig ist sie aber abhängig von ihrer Mutter, denn alleine überleben kann sie als Kind natürlich nicht. Um den Frust und die Enttäuschung in den Griff zu bekommen und sich vor dem Schmerz zu schützen, überhebt sie sich unbewusst über ihre Mutter und verurteilt sie für die für sie vollkommen inakzeptable, langweilige Lebensgestaltung der Mutter.


Die Jahre vergehen, die Tochter geht ihre eigenen Wege und hat große Pläne und Ambitionen. Allein, sie scheitert in allem, bringt nichts zu Ende und landet schließlich in demselben langweiligen Leben auf dem Sofa mit ihrer Handarbeit. Sie ist totunglücklich mit ihrem Leben, erkennt auch die Parallelen zu dem so verhassten Leben der Mutter und schafft es doch nicht, aus dem ungewollten Lebensmuster herauszutreten.


Auch hier braucht es Buße, um die Gebundenheit zu lösen und neue Lebensformen möglich zu machen. Gleichzeitig braucht es auch den Mut, die von der Mutter so sehr abgewerteten Lebenswege doch noch zu beschreiten.



Dies sind sehr konkrete Beispiele und vielleicht haben Sie sich in dem einen oder anderen wiedergefunden oder Ihnen sind eigene Erlebnisse und Parallelen eingefallen. Dann möchte ich Ihnen Mut machen, den Verhaltensmustern, die Sie an sich selber so gar nicht mögen, auf die Spur zu kommen. Denn es muss nicht so bleiben!


Ein einfaches Gebet mit der Bitte um Gottes Hilfe kann vielleicht der Anfang eines Weges in die Freiheit sein. Lassen Sie Ihr Herz von Gott berühren, dann wird er Sie in innere Freiheit führen. Seien Sie gesegnet auf Ihrem Weg!

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